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Deutungs- und Nutzungskonflikte ehemaliger NS-Großprojekte in der Gegenwart

Study project presentation at the Bauhaus-University Weimar

Max Welch Guerra, Bauhaus-Universität Weimar, max.welch@uni-weimar.de

The presentation will take place on Thursday February 12th, between 9:00 a.m. and 11:00 a.m at the Institut für Europäische Urbanistik IfEU.

Einladung Präsentation Deutungs- und Nutzungskonflikte

Deutungs- und Nutzungskonflikte der Gegenwart: drei Großprojekte der NS-Zeit

Study Project at the Bauhaus-University Weimar (Master’s degree course in Urbanism)

1.FS Masterstudiengang Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. Max Welch Guerra (Professur Raumplanung und Raumforschung), Dipl. Ing. Mark Escherich (Professur Denkmalpflege)

Max Welch Guerra, Bauhaus-Universität Weimar, max.welch@uni-weimar.de

Noch nach 80 Jahren beschäftigt das städtebauliche Erbe der NS-Zeit Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Dies gilt besonders für Großprojekte, die in den 1930er-Jahren errichtet wurden. Zur politischen und Planungskultur der Bundesrepublik gehören intensive Diskussionen über die Deutungen und Umdeutungen der Hinterlassenschaften der NS-Zeit, gerade wenn diese zum Gegenstand neuer Planungen werden. Die räumliche Dimension der realisierten Großprojekte macht die Suche nach zeitgemä­ßen Nutzungen schwieriger.
Räumlicher Gegenstand der LV sind drei sehr verschiedene Anlagen der NS-Diktatur. Es handelt sich um das knapp fünf Kilometer lange Seebad-Ensemble Prora (1935-1939) auf der Insel Rügen, um das ca. 300 Hektar große Tempel­­hofer Feld in Berlin (1934-1941), sowie um das geplant 2450 ha umspannende Reichsparteitagsgelände bei Nürnberg (ab 1933).

Interdisziplinäre urbanistische Forschung prägt entspre­chend dem Profil des Studiengangs ‒ unser Arbeitspro­gramm. Den Zugang suchen wir über Konflikte, die in den letzten Jahren ausgelöst wurden, wenn es darum ging, die Funktionen dieser Bauwerke umzudefinieren. Mit den Mitteln der Planungs- und Gesellschaftswissenschaften sowie der Denkmalpflege und durch zumindest drei Ex­kursionen werden wir uns gemeinsam ein fachliches Urteil über den Stand der Dinge vor Ort und auch über den Stand der bundesdeutschen Planung bilden. Zum Pro­gramm gehört ebenso, dass wir die Methoden unserer urbanistischen Forschung systematisch reflektieren und exemplarisch testen, wie aufschlussreich Konflikte sein können, um planungspolitische Unübersichtlichkeit zu bewältigen.

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Tempelhofer Feld, Berlin. Foto: Piero Sassi 2014

Planning between Democracy and Dictatorship in the 20th Century

Teaching and Research-Program at the University of Kassel

Planung zwischen Diktatur und Demokratie im 20. Jahrhundert

Modul: Forschendes Lernen – Masterlabor Städtebau- und Planungsgeschichte

Universität Kassel, Institut für urbane Entwicklungen, FB 6

Lehrender: PD Dr. habil. Harald Kegler

Harald Kegler, Universität Kassel, harald_kegler@yahoo.com

Die Stadt- und Regionalplanung im 20. Jahrhundert in Europa war geprägt durch das Wirken von Diktaturen wie durch das Ringen um demokratische Verwirklichung. Dabei gab es nicht nur „schwarz-weiß“-Entwicklungen. Vielmehr gab es – aus der Sicht der Planungsdisziplinen – Übergänge, Diskontinuitäten und eine vielgestaltige Hinterlassenschaft. Es wird im Seminar um das Ergründen von Strukturen, Inhalten und Bezügen bis in die Gegenwart gehen. Dabei werden prototypische Fälle behandelt. Sie betreffen die Planungsinhalte, die Planungsstrukturen, die Ausbildung und die ausgestellte Planung. Zugleich werden die gesellschaftlichen Kontexte ermittelt und der Versuch unternommen, einen Ausblick auf aktuelle Formen der Planungslenkung (zwischen Diktatur und Demokratie) zu diskutieren und zu dokumentieren.

Der spezifische Forschungsteil betrifft die Entstehung der Landesplanung in der frühen DDR. Hier wird das bislang nicht erschlossene Wirken des Bauhäuslers Ernst Kanow im Mittelpunkt stehen. Hier spielt auch sein Wirken in den 1950er Jahren in Nord-Korea (Planung für Hamhung) eine Rolle. Das Programm wird durch eine Kurzexkursion nach Halle-Neustadt (50 Jahre Halle-Neustadt) ergänzt.

Das Ziel besteht darin, einen eigenen Forschungsbeitrag (Artikel in einer Fachzeitschrift) zu erarbeiten und für eine Veröffentlichung vorzubereiten. Die Fragestellung und die für die zu erschließenden Materialien notwendigen Methoden werden eigenständig und im Dialog entwickelt.

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Brief von Ernst Kanow an Dr. Kegler, 1992. Archiv IuE, Kegler.

City Production by Iberian Dictatorships in the European Context

Research project at the Bauhaus University Weimar, Technical University Berlin and University of Kassel

Städtebau unter der Diktatur – ein Forschungsprojekt zu Portugal und Spanien

Welche Rolle spielte der Städtebau unter den heute noch nachwirkenden Diktaturen von António Salazar und Francisco Franco? Wie sehr sind die Fachleute, die für beide iberischen Regimes gearbeitet haben, und ihre Werke Teil einer gemeinsamen Geschichte des europäischen Städtebaus im 20. Jahrhundert?

Piero Sassi, Bauhaus-Universität Weimar, piero.sassi@uni-weimar.de

Benediktinerabtei im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) bei Madrid, Hauptmonument der spanischen Diktatur Francos, Mausoleum und Grabstätte des Diktators, errichtet 1940 bis 1959. Foto: Harald Bodenschatz, 2012

Benediktinerabtei im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen) bei Madrid, Hauptmonument der spanischen Diktatur Francos, Mausoleum und Grabstätte des Diktators, errichtet 1940 bis 1959. Foto: Harald Bodenschatz, 2012

Vom 1. April 2014 an wird das von der DFG geförderte Forschungsprojekt “Städtebau unter Franco und Salazar, Stadtproduktion iberischer Diktaturen im europäischen Kontext” eine Antwort auf diese und weitere Fragen suchen. Das Projekt ist Teil eines Forschungsverbundes zur Planungsgeschichte des 20. Jahrhunderts unter dem Dach des Bauhaus-Instituts für Theorie und Geschichte der Architektur und der Planung und knüpft insbesondere an Vorarbeiten zum Städtebau unter den Diktaturen Hitlers, Mussolinis und Stalins an.

Es wird an der Bauhaus-Universität Weimar (Prof. Welch Guerra, Raumplanung und Raumforschung) und an der TU Berlin (Prof. Bodenschatz, Center for Metropolitan Studies) unter Beteiligung von Prof. Altrock (Universität Kassel) durchgeführt. Wissenschaftliche Mitarbeiter sind Christian von Oppen und Piero Sassi, studentische Mitarbeiterinnen: Maria Victoria Cura, Marie Kötterheinrich und Tatjana Zemeitat.

Zeitlich bezieht sich das Projekt auf die Kernphasen des staatlich gesteuerten Städtebaus, der in Portugal unter António de Oliveira Salazar 1928 und in Spanien unter Francisco Franco im Jahr 1939 beginnt, sehr stark unter dem Einfluss des faschistischen Italiens und Nazi-Deutschlands stand und in den späten 1950er an Bedeutung verliert.

Für Rückfragen steht Ihnen gern Piero Sassi, wiss. Mitarbeiter Professur Raumplanung und Raumforschung der Fakultät Architektur und Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar zur Verfügung (Tel. +49 (0) 3643 / 58 26 05, E-Mail: piero.sassi[at]uni-weimar.de)

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Eingang in das Viertel Terras de Forno, ein 1933 bis 1938 realisiertes Projekt des sozialen Wohnungsbaus der Salazarzeit in Belém, Lissabon. Foto: Harald Bodenschatz, 2012, CC BY-NC-ND 4.0