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Posts from the ‘Germany’ Category

Berliner Wohnungsbau 1933-1945. Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen und Siedlungsvorhaben

Book by Michael Haben, 871 pages, Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2017

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

„Das Interesse am Berliner Wohnungsbau von 1933 bis 1945“, so beginnt Michael Haben sein neues kolossales Grundlagenwerk, „ist verhältnismäßig gering – zumindest wenn man die bisherigen Veröffentlichungen zu diesem Thema betrachtet.“ Es war – geblendet durch den Tunnelblick auch die Papiermonumentalarchitektur der NS-Führung – in der Tat so gering, dass manche glaubten, in Berlin gäbe es nur wenig oder womöglich gar keinen NS-Bau-Wohnungsbau. Haben stellt diese verzerrte Sichtweise grundlegend und überzeugend in Frage. Er präsentiert nicht nur eine nahezu flächendeckende Bestandsaufname von Mehrfamilienhäusern, Wohnanlagen und Siedlungen, sondern verdeutlicht auch die sich stetig verändernden wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen des Berliner Wohnungsbaus während der NS-Zeit. Das Grundlagenwerk beruht auf einer Doktorarbeit, die Michael Haben an der TU Dortmund mit sehr gutem Erfolg verteidigt hat. Betreuer waren Wolfgang Sonne und Jörn Düwel.

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Historical City Centres: Stage and Showcase of Dictatorships

Lecture series
21 April 2017, 14h00 – 19h00
Instituto Superior Técnico, Lisbon
Main Building, Salão Nobre
Coordination Ana Tostões in collaboration with Bauhaus—Universität Weimar and Technische Universität Berlin

Ana Tostões, Técnico-Universidade de Lisboa, ana.tostoes@tecnico.ulisboa.pt

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Grosse Pläne für Kassel 1919 – 1949

Book by Folckert Lüken-Isberner, 272 pages, Marburg: Schüren, 2016

Folckert Lüken-Isberner, freelance historian and urban researcher, lueken-isberner@t-online.de

„Große Pläne für Kassel“ schlägt ein immer noch wenig bekanntes Kapitel der Kasseler Stadtplanungsgeschichte aus dem Zwanzigsten Jahrhundert auf. Dank der Einbeziehung bisher in der Forschung nicht beachteter Quellen wird ein Blick auf die Stadt in der Weimarer Republik ermöglicht, der Kassel als Objekt visionärer Zukunftsentwürfe zeigt, die sich einreihen lassen in die europäischen Groß-Planungen dieser Epoche. Ausführlich kommt die Stadtplanung im nationalsozialistischen Staat in den Fokus, mit deren megalomanen Projekten der Stadt räumliche Alleinstellungsmerkmale verschafft werden sollten. Zudem wird dargelegt, dass die Zerstörung Kassels und das Ende des Zweiten Weltkrieges nicht auch das Ende der Groß-Planungen bedeuteten. Dieser Vorlauf findet sich als Impetus noch in den Konzepten für den Neuaufbau der Stadt in der jungen Republik wieder. Damit ist mancher Mythos zur „Wieder“- Aufbauplanung Kassels nach 1945 zu relativieren. Die handelnden Stadtplaner und Städtebauer mit ihrem Selbstverständnis und ihren über alle politische Zäsuren hinweg laufenden biografischen Verflechtungen nehmen in dem Buch einen großen Stellenwert ein – so ist auch ein Stück lokale Professionsgeschichte geschrieben.

(Text von Folckert Lüken-Isberner aus dem Buchcover)

Interview mit dem Autor Folckert Lüken-Isberner, Freies Radio Kassel, 12.03.2017 > “Große Pläne für Kassel 1919-1949”

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Was macht Macht mit Architekten? – Gespräch am Langen Tisch

Round table discussion
Thursday, March 23, 2017, 6 pm
KutscherHaus am Kurfürstendamm 50a / George-Grosz-Platz

Information by Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Round table discussion organized by ArchitekturPreis Berlin e. V. and ZIRNGIBL on the occasion of the publication of the book “Im Schatten von Albert Speer: Der Architekt Rudolf Wolters” (André Deschan, 2016).
Read more > Was macht Macht mit Architekten? – Gespräch am Langen Tisch

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Das Haus der Kunst in München

Streit um ein bauliches Erbe aus der Frühzeit der nationalsozialistischen Diktatur

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Die Planungen für den Umbau des von Ludwig Troost entworfenen Hauses der Kunst in München (erbaut 1933-1937) durch den englischen Architekten David Chipperfield haben Grundsatzfragen aufgeworfen: Wie soll ein Schlüsselgebäude der NS-Architektur, das in der Nachkriegszeit überformt wurde, heute behandelt werden? Welche Gefahren gehen von einem solchen Gebäude aus, gerade in einer Zeit zunehmender Rechtsentwicklung? Durch welche Eingriffe können diese Gefahren gebannt werden? Aber auch: Wer bestimmt die Antworten auf solche Fragen? Und auf welcher Argumentationsebene wird dieser Streit geführt? Dass einige dieser Fragen auch die öffentliche Debatte über das gedruckte Hauptwerk der Diktatur – „Mein Kampf“ – beherrscht haben, ist vielsagend.

Die Debatte um das Haus der Kunst betrifft keinen Einzelfall. Wir stehen seit einigen Jahren ganz offensichtlich an einer Schwelle hinsichtlich des Umgangs mit dem baulichen nationalsozialistischen Erbe: In Nürnberg wird über die Sanierung des Reichsparteitagsgeländes gestritten, auf dem Obersalzberg wird an einer neuen Form der Erinnerung gearbeitet, in Prora ist der Durchbruch zur erfolgreichen Vermarktung des KdF-Kolosses gelungen, in Berlin wird die Nutzung und Gestaltung des Hauptgebäudes des Flughafen Tempelhofs samt Vorplatz ohne jede Aufregung erörtert. Und in Weimar, der einzigen Stadt, in der ein Gauforum nicht nur geplant, sondern auch gebaut worden ist, wird vor dem Hintergrund der Errichtung des neuen Bauhausmuseums eine langfristige Umnutzung der Gauforums-Bauten und deren Außenräume diskutiert.

Erstaunlich ist, dass all diese wichtigen Debatten weitgehend isoliert und lokal verlaufen. Bemerkenswert ist weiter, dass sie, trotz der internationalen Dimension der Akteure in München, ohne jeden Blick auf Umgangsformen in anderen Ländern verlaufen – etwa in Rom, wo der Hauptbau des EUR-Geländes, der Palazzo della Civiltà Italiana, ebenfalls als Ausstellungsbau geplant, heute von der Modemarke Fendi als Kult-Location genutzt wird, in Predappio, dem Geburtsort Mussolinis, wo aus dem ehemaligen Parteigebäude Casa del Fascio ein Museum des italienischen Faschismus werden soll, oder in Moskau, wo die Gebäude der Allunionsausstellung der Stalinzeit Bausteine eines neuen kulturellen Zentrums werden sollen, wie wir nicht zuletzt auf der letzten Architekturbiennale in Venedig sehen konnten.

Im Folgenden wird der Streit um den angemessenen Umgang mit dem Haus der Kunst in München anhand einiger Stellungnahmen dokumentiert.

Schönheit verpflichtet
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2016
http://www.sueddeutsche.de/kultur/haus-der-kunst-schoenheit-verpflichtet-1.3198836

Sprengen oder aufhübschen: Wie geht es weiter mit dem Haus der Kunst?
Augsburger Allgemeine, 14.10.2016
http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Sprengen-oder-aufhuebschen-Wie-geht-es-weiter-mit-dem-Haus-der-Kunst-id39355597.html

Sanieren oder sprengen?
ART, das Kunstmagazin, 19.10.2016
http://www.art-magazin.de/architektur/17605-rtkl-debatte-um-haus-der-kunst-sanieren-oder-sprengen

“So gut wird in München schon lange nicht mehr gebaut”
Abendzeitung, 07.11.2016
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.stephan-braunfels-ueber-das-haus-der-kunst-so-gut-wird-in-muenchen-schon-lange-nicht-mehr-gebaut.868935ab-8be0-4485-a514-673500111504.html

Traumschiff des Führers
Süddeutsche Zeitung, 10.12.2016
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/haus-der-kunst-in-muenchen-das-traumschiff-des-fuehrers-1.3287962

Ein Weckruf
Süddeutsche Zeitung, 10.12.2016
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/nazi-architektur-eine-neue-chance-fuer-das-muenchner-haus-der-kunst-1.3287960

Ein Weckruf – und sein Widerhall
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2016
http://www.sueddeutsche.de/kolumne/haus-der-kunst-ein-weckruf-und-sein-widerhall-1.3294377

Ignorante Erregung
db deutsche bauzeitung 02|2017, 10.1.2017
http://www.db-bauzeitung.de/aktuell/diskurs/ignorante-erregung/

Kunst ist stärker als NS-Geschichte
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2017
http://www.sueddeutsche.de/kultur/haus-der-kunst-zeigen-und-verbergen-1.3355953

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Haus der Kunst, Rückseite. Foto: HB 2012.

 

Hauptstadt und Diktatur – Städtebau in Berlin, Rom, Lissabon, Moskau, Madrid

Publication by Harald Bodenschatz, with contributions from Christian von Oppen, Thomas Flierl, Max Welch Guerra, and Tilman Harlander, 72 pages, 21 images, Berlin: Werkbund Berlin und DOM publishers, 2016

Christian von Oppen, Technische Universität Berlin, Christian.vonOppen@metropolitanstudies.de

Die Publikation erschien anlässlich der gleichnamigen Ausstellung des Werkbundes Berlin (2. bis 30. September 2016 in der Werkbund Galerie, Goethestraße 13, 10623 Berlin). Sie fasst einige Ergebnisse der langjährigen Forschung von Harald Bodenschatz zum Städtebau der Diktaturen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in fünf europäischen Hauptstädten zusammen. Im Mittelpunkt stehen 20 Fotografien, die für ein vielschichtiges Verständnis von Städtebau und Diktatur werben, das über „monumentale Bauten“ und „große Achsen“ hinausgeht. Neben realisierten oder zerstörten städtebaulichen Formen sowie Gebäuden, Gebäudedetails und öffentlichen Räumen von städtebaulicher Bedeutung werden auch gesellschaftliche Programme, Projekte, Ausstellungen und Medien angesprochen, die dem Städtebau der Diktaturen dienten oder diesen befeuerten, ebenso Akteure und Adressaten, nicht zuletzt auch Wirkungen, Wertungen und bauliche wie künstlerische Umgangsformen bis heute. Dabei zeigen sich immer wieder internationale Zusammenhänge: Städtebau und Diktatur – das ist nicht nur und nicht in erster Linie ein nationales Thema.

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Im Schatten von Albert Speer: Der Architekt Rudolf Wolters

Book by André Deschan, 288 pages, 297 images. Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2016

Book presentation
Thursday, October 6, 2016. 7 pm
Topgraphie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Download invitation > einladung_buchvorstellung_wolters

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Das Buch von André Deschan thematisiert in einer tagebuchgeleiteten Biographie Leben und Werk eines bedeutenden deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts, zugleich eines der wichtigsten Architekten der nationalsozialistischen Diktatur, der aber auch vor 1933 in der Weimarer Republik und in der Sowjetunion sowie nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland tätig war. Als Stellvertreter und in vielen Dingen „rechte Hand“ von Albert Speer hatte er einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Entwicklung von Städtebau und Architektur in der nationalsozialistischen Zeit.

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