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Posts from the ‘Germany’ Category

Hauptstadt und Diktatur – Städtebau in Berlin, Rom, Lissabon, Moskau, Madrid

Publication by Harald Bodenschatz, with contributions from Christian von Oppen, Thomas Flierl, Max Welch Guerra, and Tilman Harlander, 72 pages, 21 images, Berlin: Werkbund Berlin und DOM publishers, 2016

Christian von Oppen, Technische Universität Berlin, Christian.vonOppen@metropolitanstudies.de

Die Publikation erschien anlässlich der gleichnamigen Ausstellung des Werkbundes Berlin (2. bis 30. September 2016 in der Werkbund Galerie, Goethestraße 13, 10623 Berlin). Sie fasst einige Ergebnisse der langjährigen Forschung von Harald Bodenschatz zum Städtebau der Diktaturen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in fünf europäischen Hauptstädten zusammen. Im Mittelpunkt stehen 20 Fotografien, die für ein vielschichtiges Verständnis von Städtebau und Diktatur werben, das über „monumentale Bauten“ und „große Achsen“ hinausgeht. Neben realisierten oder zerstörten städtebaulichen Formen sowie Gebäuden, Gebäudedetails und öffentlichen Räumen von städtebaulicher Bedeutung werden auch gesellschaftliche Programme, Projekte, Ausstellungen und Medien angesprochen, die dem Städtebau der Diktaturen dienten oder diesen befeuerten, ebenso Akteure und Adressaten, nicht zuletzt auch Wirkungen, Wertungen und bauliche wie künstlerische Umgangsformen bis heute. Dabei zeigen sich immer wieder internationale Zusammenhänge: Städtebau und Diktatur – das ist nicht nur und nicht in erster Linie ein nationales Thema.

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Im Schatten von Albert Speer: Der Architekt Rudolf Wolters

Book by André Deschan, 288 pages, 297 images. Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2016

Book presentation
Thursday, October 6, 2016. 7 pm
Topgraphie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Download invitation > einladung_buchvorstellung_wolters

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Das Buch von André Deschan thematisiert in einer tagebuchgeleiteten Biographie Leben und Werk eines bedeutenden deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts, zugleich eines der wichtigsten Architekten der nationalsozialistischen Diktatur, der aber auch vor 1933 in der Weimarer Republik und in der Sowjetunion sowie nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland tätig war. Als Stellvertreter und in vielen Dingen „rechte Hand“ von Albert Speer hatte er einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die Entwicklung von Städtebau und Architektur in der nationalsozialistischen Zeit.

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Von Adenauer zu Stalin – Der Einfluss des traditionellen deutschen Städtebaus in der Sowjetunion um 1935

Publication edited by Harald Bodenschatz and Thomas Flierl (Verlag Theater der Zeit, Edition Gegenstand und Raum, 2016)

Book presentation
Thursday, September 8, 2016. 8 pm
Bücherbogen, Savignyplatz (Berlin)
Stadtbahnbogen 593, 10623 Berlin

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de
Thomas Flierl, Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung, mail@thomasflierl.de

In den letzten Jahren ist das Interesse an der Architektur- und Städtebaugeschichte der Sowjetunion in den 1920er und 1930er Jahren enorm gewachsen. Bisher stand vor allem der Austausch zwischen sowjetischer und westeuropäischer Avantgarde, zwischen Konstruktivismus und Neuem Bauen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Aber auch die traditionalistische Wende in Architektur und Städtebau unter Stalin stützte sich auf deutsche Einflüsse. Der Band behandelt erstmals ausführlich das Wirken des Kölner Stadtarchitekten Kurt Meyer, der als Kommunist auf eigenen Wunsch 1930 nach Moskau ging und dort maßgeblich den Generalbebauungsplan für Moskau von 1935 beeinflusste. Meyer wurde 1936 verhaftet und starb 1944 im Lager. Vorgestellt wird weiter das Vorwort zur 1935 in Moskau erschienenen russischen Ausgabe des Buches „Platz und Monument“ von Albert Erich Brinckmann, einem Hauptwerk der deutschen städtebaulichen Kunstgeschichtsschreibung. Kurt Meyer und Albert Erich Brinckmann verkörperten in besonderer Weise den deutschen Erfahrungstransfer in die Sowjetunion Mitte der 1930er Jahre.

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European Urbanism in the 20th Century. The Tension between Real and Written History

Lecture series at the Bauhaus University Weimar

Piero Sassi, Bauhaus-Universität Weimar, piero.sassi@uni-weimar.de
Max Welch Guerra, Bauhaus-Universität Weimar, max.welch@uni-weimar.de

The debate on a common European identity is by no means novel. However, over the past few years the escalation of multiple crises and the consequent discussion about the future of the European Union have extended this debate to ever larger segments of society. A shared European history is a fundamental part of the European identity. Discussing it is today more important than ever.

Professional and cultural exchange throughout Europe was very intense in the 20th century. It had a strong effect on urbanism in the individual countries. Therefore, the history of urbanism in Europe during the 20th century should be discussed in an international context, as a shared history. In doing so, it shouldn’t be neglected that dictatorships, wars, oppression and exile, that strongly characterized 20th century history, produced migration flows. These increased the exchange between the European debate and those of overseas countries, for instance in South and North America.

Within the lecture series, we will tackle some major issues, such as housing policies, large-scale projects and urban renewal in different geographical contexts (Germany, Portugal, Serbia, Spain and Argentina) and historical periods. On the one hand, this will allow to underline similarities between case studies and to recognize the exchange of models, experts and know-how between different countries. On the other hand, by considering the single case study in a broader international context, this will make it possible to understand its peculiarities. Doing so, the lecture will take on a European perspective. Lectures will be given both by scholars of the BUW and by invited guests. Results of ongoing research projects will be discussed in order to provide an overview of contemporary debate on 20th century urbanism, in Germany and in Europe. Topics and case studies will follow a chronological order. In order to receive credits and an attendance certificate, students are required to pass a written examination at the end of the course.
Sponsored by the Federal Ministry of Education and Research

Download programme > Urbanism_in_Europe_2016

Städte im Nationalsozialismus: Orte, Räume und Topographien nationalsozialistischer Gesellschaften

Call for Papers,  „Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus“, volume 33

Christian von Oppen, Technische Universität Berlin, christian.von.oppen@uni-weimar.de

Vier Schwerpunkte sind gesetzt:

(1) Städte als Gewalt- und Herrschaftsraum, Lebenswelt und Sozialstruktur,
(2) Städte als Repräsentationsorte und -räume,
(3) Stadtplanungen und urbane Utopien,
(4) Städte als Erinnerungsorte seit 1945.

Download call for papers > CfP_Staedte_im_Nationalsozialismus_BGNS_33

Marcello Piacentini. Moderner Städtebau in Italien

Book presentation
Thursday, March 17, 2016. 6 pm
Bücherbogen, Savignyplatz, Stadtbahnbogen 593, 10632 Berlin

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Benito Mussolini ist jedem ein Begriff, aber wer – abgesehen von einigen Spezialisten – kennt schon Marcello Piacentini, den einflussreichsten Architekten des faschistischen Italiens? Häufig wird Piacentini mit Albert Speer verglichen, dabei trennt beide beinahe mehr als sie verbindet. Beide strebten zwar danach, der jeweiligen Diktatur einen eigenen Stil zu verleihen, doch war Piacentini, im Gegensatz zu Speer, auch vor und nach der Zeit des Faschismus aktiv, bestimmte als Professor und Publizist die architektonische Debatte seiner Zeit und stützte seinen Erfolg nicht nur auf staatliche, sondern auch auf privatwirtschaftliche Aufträge. Dabei war Piacentini nicht nur Architekt, sondern vor allem ein Experte des Städtebaus, der seine Positionen im Kontext internationaler Leitbilder entwickelte. Nun ist endlich ein Buch erschienen, das diese Schlüsselfigur des europäischen Städtebaus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dem deutschen Publikum kenntnisreich vorstellt. Das Buch ist im Reimer-Verlag 2016 erschienen.

Begrüßung:
Ruthild Spangenberg
Bücherbogen am Savignyplatz
Prof. Dr. Claudia Kromrei
Werkbund Berlin

Es sprechen:
Dr. Christine Beese
Autorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität Berlin
Prof. Dr. Wolfgang Sonne
Doktorvater von Christine Beese, TU Dortmund, Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Architektur
Prof. Dr. Harald Bodenschatz
TU Berlin, Center for Metropolitan Studies, Vorstandsmitglied des Deutschen Werkbunds Berlin

Download invitation > Einladung Buchpräsentation Piacentini

Cover

Berlin Mitte: Spiegel des Städtebaus zweier Diktaturen

Article by Harald Bodenschatz, AIV Berlin/Forum I-2016

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Die Berliner Mitte von heute, das Gebiet der einstigen mittelalterlichen Doppelstadt Berlin/Cölln, ist vor allem das Produkt der zwei deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts – der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 und dann der sozialistischen DDR-Diktatur 1949-1989. Die diktatorische Neugestaltung der Mitte hat nicht nur den überkommenen Stadtgrundriss radikal verändert, sondern auch das kleinteilige private Bodeneigentum beseitigt. Sie hat aus einer Mitte mit über 800jähriger Geschichte eine Mitte der jüngsten Vergangenheit gemacht.

1937 waren mit der Behörde eines „Generalbauinspektors“ für die Reichshauptstadt, vertreten durch Albert Speer, die institutionellen und finanziellen Grundlagen für einen Abbruch der Berliner Altstadt geschaffen worden. Neben und in Konkurrenz zu Speers Behörde gab es weiterhin das Stadtplanungsamt der nunmehr gleichgeschalteten und untergeordneten Stadt Berlin. Beide Institutionen entwickelten Pläne zum radikalen Umbau der Berliner Altstadt, die partiell auch umgesetzt wurden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Gebäude der Berliner Mitte zerstört, wenngleich der Stadtgrundriss und private Parzellen zunächst erhalten blieben. Diese wurden erst in der nächsten Diktatur beseitigt, in der DDR-Diktatur – aufbauend auf den Eigentumsverhältnissen der NS-Zeit. Denn der Raub jüdischer Grundstücke wurde nicht rückgängig gemacht, die Enteignungen wurden nunmehr verallgemeinert. Nach vielen unterschiedlichen Planungen wuchs schließlich eine neue Ost-Berliner Mitte heran, mit Fernsehturm, einem großen Freiraum mit einer isolierten Marienkirche, ein autogerechter Ort ohne viel Vergangenheit und mit viel Zukunftsversprechen.

Nach dem Fall der Mauer wurde die Mitte Berlins zu einem zentralen Feld politischer, gesellschaftlicher und kultureller Auseinandersetzungen. Aber in keiner einzigen Sichtweise fand die Tatsache Beachtung, dass die Mitte vor allem durch zwei Diktaturen geprägt worden ist.

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Wo einst das Zentrum des mittelalterischen Berlin war, erstreckt sich heute eine unwirtliche Autoverkehrslandschaft – ein Produkt beider Diktaturen. Foto: Harald Bodenschatz 2010

Download full Text (in German): Berlin_Mitte_Diktaturen_2016