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Angiolo Mazzoni. Architekt der italienischen Moderne

Book by Katrin Albrecht, 399 pages, Berlin: Reimer, 2017

Harald Bodenschatz, Technische Universität Berlin, harald.bodenschatz@tu-berlin.de

Wer kennt heute schon Angiolo Mazzoni? Einen der wichtigsten Architekten des faschistischen Italien, eines Landes, das neben der Sowjetunion Stalins am stärksten das eigene Land in der Zwischenkriegszeit durch Architektur und Städtebau verändert hat! Selbst in Italien ist Mazzoni weithin vergessen. Und dies, obwohl oder vielleicht sogar weil sein Werk – vor allem Bahnhofs- und Postgebäude – die wenngleich widersprüchliche Modernisierung Italiens durch die Diktatur widerspiegelt.

Hier zeigt sich die lange baugeschichtliche Vernachlässigung des Themenfelds Infrastruktur, in besonderem Maße bei diktatorischen Regimes, obwohl gerade die Kommunikations-Infrastruktur für das städtebauliche Programm von Diktaturen eine Schlüsselrolle spielte. Doch der Frage nach der Art und Weise der infrastrukturellen Modernisierung in diktatorischen Regimes ist die Fachwelt oft aus dem Wege gegangen. Der Blick auf monumentale Bauten und städtebauliche Projekte hat den Blick auf andere diktatorische Schlüsselprojekte – etwa Häfen, Eisenbahnsysteme, U-Bahnen, Flughäfen – getrübt.

(aus dem Vorwort von Harald Bodenschatz)

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